Vom Verändern des Lesegeschmacks

07 Februar 2016

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Die liebe Chrisi hat einen schönen Beitrag geschrieben zu einem Thema, das uns wohl alle interessiert und angeht. 


Unser Lesestil ist sich wohl ständig am  Wandeln, aber eine einheitliche Linie zieht sich meistens durch das gesamte Programm. Aber auch die kann manchmal eine abrupte Wendung annehmen - und plötzlich liegt der Schwerpunkt völlig wo anders. Das ist das schöne am Lesen, an Büchern. Dieser Reichtum an Facetten. Und das wir als Leser uns diesem bewusst werden, ist wohl ein wichtiger Schritt der Reflektion über das  Gelesene und das, was uns noch erwartet. Deswegen habe ich schnell gemerkt, was nichts für mich ist - Fantasiewelten kann ich nur ganz selten ausstehen. Ein Grossteil der AutorInnen der Buchblogs, die mir immer wieder über den Weg laufen, sind aber ganz vernarrt in diese. Ich  weiss, dass sie nichts für mich sind, weil ich mich unwohl fühle, gezwungen und gepresst in eine Welt und Ordnung, die mir nicht passt und die ich nicht kennenlernen möchte. Und dadurch habe ich auch herausgefunden, dass das wohl nie so sein wird und mir das Gegenteil viel besser gefällt. Unsere Welt - egal ob heute, gestern oder morgen.

Und auch darin gibt es so viele verschiedene Arten, abgesehen von diesem heute / gestern / morgen. Und diese erkunde ich  gerade alle, und das bereitet mir den grössten Spass, ausserdeme ist ein Lerneffekt da, den ich einfach liebe. Die Facetten, die mir noch bleiben, sind nicht nur in sich vielfältig, sondern können alles sein, was noch kommen wird. Ich habe schlichtweg keine Ahnung, was ich morgen lesen möchte. Diese Ungewissheit ist für manche oder für manche in gewissen Zeiten etwas Unangenehmes, wodurch sie den berühmt-berüchtigen 'Stapel ungelesener Bücher' aufbauen. Und der wiederum ist etwas Schönes, ein Erinnern und eine Zukunftsvision zugleich, das gefällt mir sehr gut. (Natürlich symbolisiert er für die meisten von uns noch weitere Gegensätze: Er ist ebenfalls Druck sowie Freiheit). Auf meinem befinden sich viele Bücher, die ich nicht mehr lesen möchte, aber einige, die für den Lesestil stehen, in den ich mich gerade eingefunden habe und welchen ich noch erkunden möchte.

Viele von uns wissen auswendig, wann welches Buch, das sie interessiert, erscheint. Mir ging es gleich, und ich konnte fast nicht mehr einen Buchladen betreten, obwohl mein Herz immer danach lechzte. Ich hatte ein Problem entwickelt, mit dem ich bestimmt nicht alleine bin. Einerseits wollte ich möglichst jeden Buchladen betreten, andererseits langweilte mich das Sortiment dann so, weil ich gefühlt jedes einzelne Buch davon schon kannte, dass ich gar keine Lust mehr verspürte, die Läden zu besuchen und danach jedes Mal enttäuscht war. Aber sobald ich mich einem neuen Genre zuwende, fängt dieses vertraut-kribblige Gefühl der Überforderung an, das tatsächlich mal mit Positivem verbunden ist. Und tada, ob man's glaubt oder nicht, seither gehe ich viel lieber in Buchhandlungen und lasse mich auch lieber überraschen und kaufe Bücher, zu denen ich früher keinesfalls gegriffen hätte. 

Was Chrisi auch angesprochen hat, ist, dass die meisten Bücher, die wir lesen, aus Deutschland oder den USA stammen. Und wenn wir ehrlich sind, stimmt das auch, jedenfalls bei mir. Ich habe im letzten Jahr aber ein bisschen experimentiert, französische und sogar ein georgisches Werk probiert. Und genau das möchte ich auch öfters tun - ich möchte Bücher lesen, deren Autorin oder Autor aus einer anderen Kultur als einer mir sehr bekannten stammt. Das Ganze nehme ich auch als politische Frage oder Auffassung.

Vielleicht bewegt ihr euch nächstes Mal in der Buchhandlung oder Bibliothek in Ecken und Winkel, die ihr noch nicht erkundet habt, falls es diese gibt. Und wenn ihr dabei was Tolles entdeckt, würde ich mich wahnsinnig freuen, davon zu hören.


Liebst,
Mara
6 Kommentare
  1. Hey Mara,
    was für ein schöner Post! Ich habe früher sehr viel Fantasy gelesen & bin momentan vernarrt in Klassiker & Lifestylebücher über Style & Psychologie. Eine große Veränderung, aber mir gefällt dieses Neue genauso wie dir.
    Die Idee, mal Autoren aus anderen Ländern eine Chance zu geben finde ich wundervoll - auch einfach weil es fair ist (nur weil Amerika "cool" ist heißt es nicht dass diese Autoren die besten sind).

    Liebe Grüße, Ana

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    1. Liebe Ana, vielen Dank! Ja, das geht schnell, nicht wahr, dass man plötzlich einem anderem Genre verfällt? Bei Dir hört sich das wirklich nach einem grossen Wechsel an, und ich freue mich umso mehr, dass Du dieses neue Genre liebst.
      Ja, darauf möchte ich nun wirklich mehr achten - ich finde die Idee auch toll und wichtig!

      Liebst,
      Mara

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  2. Liebe Mara,

    manchmal habe ich das Gefühl. dass ich zwar was neues anderes lesen will, dann aber in mein altes Lesemuster zurückfalle, weil Jugendbücher halt eher schneller zu lesen sind. Ich merke das vor allem bei meinen ungelesenen Büchern, da liegen einfach hauptsächlich Romane :/ Aber wenn man sich darauf einlässt und nicht drei Bücher gleichzeitig liest, geht es langsam einfacher. Manchmal wünschte ich hätte das Genre Fantasy nie entdeckt und würde nicht auf Vortsetzungen warten.

    LG Sophie

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    1. Liebe Sophie,

      tatsächlich? Ich finde das sehr spannend, dass es dir so geht. Ich glaube, ich brauche einfach wirklich UNBEDINGT immer wieder mal Abwechslung. Vielleicht kommt das bei dir ja auch mal, gibst du mir dann Bescheid? Würde mich extrem interessieren! :D

      Alles Liebe,
      Mara

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  3. Hallo Mara!

    In persönlich lese liebend gerne Jugendbücher, doch irgendwie würde ich auch gerne mal andere Bücher lesen. Allerdings hab ich irgendwie Angst, dass mir bei "Erwachsenenliteratur" (wie nennt man das?) schnell langweilig wird und bin daher auf der Suche nach Büchern bei denen das nicht passieren könnte...
    Vor kurzem habe ich das Buch "Vor uns das Leben" von Amy Harmon gelesen, es ist zwar auch ein Jugendbuch, aber es ist so anders als die typischen Liebesgeschichten in irgendwelchen amerikanischen High Schools. Es war so real, es hat nicht so aufgesetzt geklungen und es hat mich echt berührt, einfach empfehlenswert!

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche, Hana.

    http://endlessbloom.blogspot.co.at/

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    1. Liebe Hana,

      das kann ich sehr gut nachvollziehen, ich hatte anfangs ähnliche Bedenken. Ich glaube, dass gerade deswegen wichtig ist, eine Abwechslung zu haben und neben kurzweiligen, vielleicht auch etwas banaleren oder oberflächlieren Trivialliteratur (was ich hiermit keinesfalls schlecht machen will, im Gegenteil, das lese ich hin und wieder auch sehr gerne!) und etwas anspruchsvolleren Büchern. Und in der Jugend- sowie in der Erwachsenenliteratur (was wohl bestimmt der richtige Ausdruck ist) gibt es beides...
      Das Buch sagt mir was, ich gehe es gleich mal googeln. Vielen Dank für den Tipp, hört sich sehr toll an! Darf ich mal in Deinen Blog schauen? :D

      Alles Liebe,
      Mara

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