2015: Auch Das Unschöne

31 Dezember 2015

10 Kommentare Share this post
Hallo. Alle schwelgen in Erinnerungen oder sind schon mitten in der Planung für 2016. Es geht um Bücher und Persönliches, um all das Schöne in diesem Jahr. Und natürlich wünsche auch ich euch für das kommende Jahr noch viel mehr von diesem Schönem.

Auch ich möchte erzählen, was ich mit 2015 verbinde, was mir in den Sinn kommt, wenn ich dieses Jahr Revue passieren liess. Noch so viele schöne Momente können das Unschöne dieses Jahres micht überdecken oder übertönen. Denn für die Welt war 2015 ein brutales Jahr, welches die ganze Welt erstarren liess. Ob man von Krieg spricht oder nicht - So viel Schreckliches herrschte schon lange nicht mehr, soviel Brutalität wies die Menschheit schon lange nicht mehr auf.

Ich wünsche mor und euch für 2016, dass wir alle mehr Gedanken darüber verlieren und mehr MACHEN. Denn wir sind nicht in der Situation, in welcher wir bloss beten können, wir sind nicht unmündig. Wir sollten alles, alles daran setzen, 2016 zu einem besseren Jahr zu machen. Für uns alle, für die Menschen, die ein besseres Jahr, ein besseres Leben brauchen. Und zwar ohne Nachzudenken. Deswegen wünsche ich euch und mir ganz viel Tatendrang im neuen Jahr.

Mehr hab ich heute eigentlich nicht zu sagen. Natürlich wünsche ich euch allen trotz der bedrückenden Stimmung ein frohes Reinfeiern in 2016, aber es sollte nicht vergessen werden, was dieses Jahr alles passierte.
Mara

Lesejournal

26 Dezember 2015

14 Kommentare Share this post


Es ist so schön beruhigend und definitiv eines der schönsten Rituale, falls es denn eines wird, zum Ende des Jahres alle gelesenen Bücher durchzusehen. Ich für meinen Teil verbinde gedanklich sehr viel mit dem damals aktuellen Lesestoff, heisst, dass ich auch ganz andere Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Büchern verbinde und so einen ganz eigenen, intimen Jahresverlauf vor mir habe. Es ist unglaublich, wie mir manche Zeilen vorkommen, als wäre ich  sie erst gestern mit den Augen abgefahren. Und all das verbinde ich mit meinem Lesejournal, welches ich euch heute gerne vorstellen möchte.



Wieso ein Lesejournal fragt ihr euch vielleicht. Nun ja, merken kann ich mir nicht, was ich alles gelesen habe. Ausserdem ist es immer eine gute Ausrede, ein konkreter Zweck, um ein Notizbuch zu kaufen. Denn diese liebe ich, genauso wie Stifte, und ich mag es, mich einfach zwischendurch am Tag an meinen schönen Schreibtisch zu setzen und ganz altmodisch etwas in ein Notizheft einzutragen. Um ehrlich zu sein, freue ich mich nach jedem Buch, es in mein Lesejournal einschreiben. Mittlerweile bin ich schon so ziemlich alle Arten von Lesejournals durchgegangen, aber nur eine dieser hat für mich wirklich funktioniert. Nichtsdestotrotz möchte ich  euch alle dieser Arten vorstellen, da ich diesen Post auch  gerne ein bisschen wie ein Guide gestalten möchte. Denn was für mich vielleicht nicht das Richtige ist, kann perfekt für dich sein und natürlich genauso andersrum. Und ich habe meine bevorzugte Art schon gefunden.
Zum einen gibt es von unterschiedlichen Anbietern ein ‚Buch über Bücher‘. Ein Beispiel wäre da Moleskine oder auch Skipper. Ich habe von beiden Marken ein Buch gehabt, aber muss ehrlich sein, dass beide meiner Meinung nach nicht perfekt sind. Moleskine: Auch wenn man pro Buch eine Seite zur Verfügung hat, fühlte ich mich von den Vorgaben eingeengt. Natürlich muss man diese nicht ausfüllen, aber wenn ich das nicht tat, fand ich es auch irgendwie schade. Das Buch bietet aber für alle, denen die Vorgaben gefallen, definitiv eine tolle Grundlage, es gibt ein Register, wo ihr alle Bücher eintragen könnt, ausserdem sind die Bücher alphabetisch sortiert. Ein Kritikpunkt meinerseits ist die geprägte Oberfläche, die ich als unschön empfinde. Das andere Buch ist von der Marke 'Skipper', ich habe es an der Buchmesse in die Hand gedrückt gekriegt. Mir gefällt auch hier das Cover nicht so wirklich, es ist mir zu verspielt und mit dem kleinen, gebundenen Format kam ich nicht zurecht, da ich es schier nicht über mein Büchliebhaberherz brachte, den Buchrücken durchzudrücken, damit ich den Platz voll nutzen kann. Hier wird ein Buch auf mehreren Seiten besprochen.



Die etwas andere Variante ist natürlich, sich selbst ein Journal zu erstellen. Dem sind dann selbstverständlich keine Grenzen gesetzt. Ich habe hier aber einfach mal drei Kategorien gemacht. Die, die ich selbst benutze, weil ich mich mittlerweile kenne, ist die minimalistischste. Ich notiere lediglich Buchtitel, Autor_in, Seitenzahl sowie eine ungefähre Bewertung. Man kann das dann ausführlicher machen, das Lesedatum, den Status oder sogar kleine Ausdrucke der Cover einkleben und das Lesejournal freier und aufwändiger gestalten. Die wohl allerschönste Variante ist nochmals aufwändiger und freier, und zwar meine ich die, wenn man sich während des Lesens Gedanken notiert, etwas skizziert etc. und seine ganze Kreativität auslebt… Unten habe ich auch noch  einige Anregungen aufgelistet, welche ihr vielleicht in euer Buch einbinden möchtet. Ich weiss nicht, ob das jemand von euch macht, dieses aufwändige, persönliche Gestalten eines Lesejournals, oder ob das blosses Wunschdenken von mir ist, aber schreibt mir auf jeden Fall mal, wie euer Lesejournal aussieht. Denn falls dieser Beitrag gut ankommt, würde ich gerne die Lesejournals anderer Blogger_innen und Bookstagrammer_innen zeigen, damit ihr eine volle Ladung Inspiration und Anregung bekommt!
Wenn ihr euch für eure eigene Variante entscheidet, dann braucht ihr ein Notizbuch. Wenn ihr nicht wie ich seid, habt ihr ein solches vielleicht nicht zu Hause, aber das ist kein Problem, denn ich sag’s euch, Notizbücher und –hefter zu kaufen macht fast gleich viel Spass, wie Belletristik zu kaufen! Meine liebsten Adressen hierfür sind zum einen Urban Outfitters, wo es eine Vielzahl an unterschiedlichen schlichten Schreibwaren hat, was man vielleicht zuerst gar nicht vermuten würde. Ausserdem der Klassiker: Moleskine! Darf natürlich nicht fehlen, ihr kennt die Marke bestimmt schon, denn sie ist überall zu kaufen, wo es Bücher gibt - wenn es da Moleskine nicht gibt, dann wohl Leuchtturm. Schaut, was euch besser passt! Field Notes ist für kleine Hefte eine ganz schöne Idee, es gibt aktuell ein Dreierpack zu kaufen, deren Cover aus feinstem Holz ist – ist das nicht toll? Wenn ihr nur wenig Geld ausgeben möchtet und auf gedeckte Farben – grau, schwarz, bordeaux, braun steht, dann schaut definitiv bei Muji vorbei, sie haben die schlichtesten aller Schreibutensilien und ausserdem zählt man für diese sehr wenig - trotz der überzeugenden Qualität! Meine Lesejournals habe ich von Muji. Und dann findet ihr in so ziemlich allen kleinen Läden noch eine Ausführung von schönen Notizbüchern, und ich hoffe, du findest das passende Material für dich, dass es dir nur so in den Fingern kribbelt und du loslegen möchtest. Mein Tipp ist da: weniger ist mehr. Wenn du pro Buch eine halbe Stunde für den Eintrag brauchst, ist es weniger wahrscheinlich, dass du das bei fünfzig Büchern im Jahr durchhältst – so sehr du das auch möchtest. Ich kann es kaum erwarten, das Buch nach dem Lesen in mein Lesejournal einzutragen und deswegen ist dieses Ritual bei mir auch noch nicht ausgestorben. Macht es zu etwas Schönem und nicht zu Aufwändigem, bei dem euch die Lust vergeht, denn dann wird das Journal nach den ersten paar Einträgen und gefüllten Seiten auch schon wieder abgebrochen, ich spreche aus Erfahrung… Aber ich möchte euch nichts unterstellen, probiert unbedingt aus, was euch am besten liegt.


Stifte wurden schon angesprochen. Und ja, ich bin ein Freak und benutze immer die zwei gleichen Stifte für dieses Lesejournal. Ja, sowas ist mir wichtig. Wenn ihr Stifteempfehlungen wollt, meine Lieblingsmarken sind natürlich mal Faber-Castell (ich benutze da immer den XS-Stift), Pentel hat auch schöne Stifte! Für einen klassischen Füllfederhalter empfehle ich Lamy, aber mein absoluter, etwas unbekannterer Liebling: Kaweco! Unbedingt bei den feinen Papeteriesachen von ihnen vorbeischauen! Apropos Papeterien: dort könnte ich Stunden verbringen. Weitere absolute Lieblinge von mir befinden sich in Berlin, zum einen R.S.V.P. in der Stadtmitte nahe der Torstrasse, und dann noch Luiban -  wunderwunderschön! Ich sehne mich praktisch tagtäglich dorthin, ja.
Mein Lesejournal habt ihr nun ja gesehen, es ist klein und handlich und deswegen IMMER dabei, wenn ich auch was zu lesen dabeihabe, sonst ist es abwechselnd neben meinem Bett, auf meinem Schreibtisch oder hängt an der Wand, eine süsse Dekorations- und Aufbewahrungmethode, die ich für das Büchlein erfunden habe und absolut liebe.
Ich habe pro Buch etwa zwei Zeilen und trotz dem dünnen, kleinen Heftchen mit sechzig Seiten einige zu viel, um bloss die Bücher so aufzuzählen. Meine Idee ist nämlich, genau ein Buch pro Jahr zu haben. Das könnt ihr natürlich für euch anpassen, ich liebe die Idee aber, immer wieder neu beginnen zu können. Und genau das kann ich so. Was geschieht mit dem restlichen Platz, und, überhaupt, was könnt ihr denn noch so in ein Lesejournal schreiben? Jetzt ein paar Anregungen, die ich vielleicht (hoffentlich!) selber benutzen werde und ich teilweise auch zusammengesucht habe.

Pro Jahr / Monat:
-         Liste mit Lieblingsbüchern
-         Liste mit schönsten Cover
-         Liste mit liebsten Autoren
-         Liste mit Reihen

Pro Buch:
-         Wer hat mich fasziniert?
-         Wie war der Schreibstil?
-         Ein Satz, der von der Autorin / Figur stammen könnte
-         Wie würde ich den Klappentext schreiben
-         Welche war die Lieblingsseite?

Wichtig ist einfach, glaube ich jedenfalls, dass ihr dieses Lesejournal immer zur Seite habt, damit ihr auch allfällige Fragen notieren könnt und alles, was euch zum Gelesenen im Moment einfälllt, dass ihr einem Ort eure Gedanken anvertraut - das hilft danach auch bei der Rezension. Schreibt unbedingt auch eure Lieblingszitate aus dem Buch rein und eine Begründung, weshalb ihr diese Zitate so mögt. Zeichnungen geben sofort einen total eigenwilligen Charakter und passen gut in ein Lesejournal.



Um noch  auf etwas anderes sprechen zu kommen: Vielleicht habe ich euch schon neugierig gemacht, wegen dieser besonderen Aufbewahrungmethode. Ich mag es lieber schlicht und minimal, deswegen habe ich das Büchlein aussen gar nicht gestaltet und nur eine schöne Papierklammer als Verschluss oben angemacht. Die habe ich schon so gekauft, es geht aber auch ganz einfach, ein Washitape rundherum zu kleben. Dann nur noch einen Nagel einschlagen, zum Beispiel in die Wand überm Schreibtisch oder die neben dem Bücherregal. Beim Schmücken, nun, da muss ich  euch wohl keine Anleitung dalassen, wenn du es gerne bunter und fröhlicher und farbiger magst, fällt dir sicher was ein, du bist bestimmt kreativ bis zu den Fingerspitzen. Tobt euch und eure Ideen aus!

Ich hoffe, ihr konntet diesem Beitrag ein paar Anregung für euer persönliches Buchjournal entziehen. Ich würde diese liebend gerne sehen, deswegen lasst mir gerne Links zu Fotos auf eurem Blog oder sozialen Medien da, ich bin gespannt! 
Liebst, Mara


Shakespeare and Company

24 Dezember 2015

4 Kommentare Share this post
   

Hallo. Heute möchte ich euch von einem schönen Buchladen erzählen, denn von denen gibt es massig. Wer weiss, vielleicht spielt sich das Ganze als kleines Format ein, denn ich bin dafür, physische Buchhandlungen aufzusuchen und da zu stöbern, als zur manchmal vielleicht einfacheren, aber auch  viel weniger schönen Variante von Amazon und Co. zu erzählen.

Ich lese gerne in anderen Sprachen, Englisch steht ganz oben, bei Französisch bin ich anhand meinen nicht wirklich vorhandenen Kenntnissen eher ein wenig skeptisch. Ich  war jedoch letztens in Paris und habe mich dort durch einige Buchhandlungen gestöbert und musste dann natürlich auch  einen ganz bestimmten Buchladen besuchen, von dem ihr alle bestimmt schon mal gehört habt. Gegenüber Notre-Dame, auf der anderen Flussseite, befindet sich Shakespeare and Company, ein Buchladen, der fast schon Touristenziel ist, anhand der tollen und vielfältigen Auswahl aber auch ein Muss für alle Englisch-Leser_innen ist. Deswegen möchte ich euch heute Shakespeare and Co. vorstellen und euch diesen Ort sehr ans Herz legen.

Sylvia Beach gründete den englischsprachigen Shakespeare and Company 1919 in der Rue de l'Odeon, wo sich gegenüber der Buchladen ihrer Lebensgefährtin Adrienne Monnier befand. Jedoch schloss Sylvia Beach den Laden wieder, als Frankreich zur Zeit des zweiten Weltkriegs von den Deutschen besetzt wurde. Sie wollte einem deutschen Offizier nichts verkaufen, wohingegen sie innerhalb weniger Stunden ihr Laden schloss, damit nichts entwedet werden konnte. Somit war der originale Shakespeare and Company geschlossen und dieser wurde auch nie wiedereröffnet.

Den Shakespeare and Co., den man heute noch findet, hat George Whitman 1951, nach Beachs Tod, Le Mistral gegründet und später dann zu ihren Ehren in Shakespeare and Co. umgetauft. Whitman starb 2011, nun führt seine Tochter, welche er ebenfalls zu Ehren Sylvia Beachs Sylvia Beach Whitman getauft hatte, die Buchhandlung weiter. Hier gingen Henry Miller, Allen Ginsberg und WIlliam S. Burroughs ein und aus.

Quelle: Another Mag
Im originalen Shakespeare and Company gaben sich vor allem Schriftsteller_innen der sogenannten 'Lost Generation' die Türklinke in die Hand. Dies ist eine Bewegung von amerikanischen Schriftsteller_innen, welche  sich nach dem ersten Weltkrieg nach Europa begaben. Das Kutlurzentrum hierfür war, natürlich, Paris. Gertrude Stein steht vor allem für diese Bewegung und hat sie geprägt. Nach den 20er Jahren befanden sich rund 30'000 Amerikaner_innen in Paris, was Frankreich als 'Génération au Feu' bezeichnete, die Generation in Flammen. (Mehr über die Künstler der Lost Generation findet man auch im fünften Stock des Centre Pompidous.)

Quelle: Everett Potter

Zurück zu der Treppe und dieses Mal geht's geradeaus: Man findet sich in einem Raum wieder, auch voller Bücher, wo ein Klavier steht, welches man nach Belieben benutzen kann und eine einfache Melodie oder beispielsweise eine Beethoven Sonate zum Besten geben kann - hier finden spontane Konzerte statt.Im heutigen Shakespeare and Company findet man einen Aufbau. Im unteren Geschoss befinden sich Bücher zu allen Themen, geordnet und doch frei. Seien es Bücher der Lost Generation, Bücher über Gender Equality, Feminisms oder einfach Gender Studies, Bücher über Writing, Graphic Novels, Books for Children oder was auch immer. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlich spezialisierten Reiseführer über Paris, Kunstbücher, Hefte und Magazine, Notizbücher und Sammlungen von Short Stories. Man findet hier so ziemlich alles, worauf man sonst wohl eher nicht gestossen wäre. Im oberen Stock geht es anders zu und her. Alles wirkt älter und auch schon gebrauchter, die Bücher stehen nicht alle zum Verkauf bereit.  Das erste Highlight ist wohl die Treppe mit dem aufgemalten Zitat, auch Motiv der Buchzeichen, die sie verteilen. (I wish I could show you when you are lonely or in darkness the astonishing light of your own being. -Hafiz) Wenn man oben ankommt befindet sich zu seiner Rechten die Poetry Abteilung mit einer Wand, welche vollends mit Zetteln behängt ist, wo man  auch  seine eigene Nachricht hinterlassen kann. Läuft man jedoch in die entgegengesetzte Richtung, findet man links eine kleine Schreibstube mit einer alten Schreibmaschine, man muss sich bücken, kann danach jedoch Romane verfassen. Nicht zu vergessen ist: Überall um sich herum befinden sich Bücher. Weiter in diese Richtung findet man, ganz spannend, Sylvia Beachs Private Library. Wie sich von selbst versteht, stehen diese Bücher nicht zum Verkauf, allerdings darf  man sich ganz unbefangen auf die originalen Sofas und an den Schreibtisch setzen, an dem auch Sylvia Beach arbeitete, und vor allem in den Bücher stöbern und schmökern. 

Gedichtbände und Wände voller Zettel
Quelle: flickr
Geradeaus findet man Sylvia Beachs Original Bibliothek
Quelle: Gypsysoulitchyfeete

Abteilung mit Kunstbüchern und Büchern über allerlei Kreatives, ebenso Kriminalromane, man kann links die Treppe erahnen
Quelle: Paris Year Abroad 
Vorne der Eingang, befindet sich in diesem ersten Raum der Grossteil der Bücher (Belletristik, Klassiker, Lost Generation, Short Stories sowie auserwählte Bücher)
Quelle: leermx
Dies war eine wortwörtliche Skizze vom Aufbau von Shakespeare and Company, welchen ich euch auf diese Art bieten musste, da man keine Fotos aufnehmen darf. Neben der Buchhandlung befindet sich ein gleichnamiges Café welches der gleichen Company angehört und wo es wiedermal einige Bücher zum Anschauen gibt. Kauft man sich etwas, und ich wette, egal ob man gerne liest oder nicht, egal ob einem Englisch vertraut ist oder nicht, man geht nicht leeren Händen aus dem Laden, bekommt man einen Stempel oder einen Sticker, ein Buchzeichen und Tüten mit Zitaten (oben verbildlicht), was allein schon ein Kaufgrund eines der x 'Exponate' ist. 

Wegen alledem und einer Vielzahl von persönlichen Gründen, die ihr für euch selbst mitbekommt, wenn ihr dort seid, kann ich euch nur etwas raten; vielleicht im neuen Jahr einmal diesen besonderen Ort zu erleben.

In diesem Sinne: feiert ausgelassen, geniesst die Zeit, umarmt und liebt warmherzig und lebt, nicht nur diese Weihnachten, sondern auch im neuen Jahr.

Liebst,
Mara


Blogger [Lese] Nacht bei Ines

22 Dezember 2015

11 Kommentare Share this post
Hallo. Viel zu oft bemerke ich in letzter Zeit, dass ich immer weniger kommentiere, was ich persönlich wohl am traurigsten finde. Deswegen habe ich spontan bei Ines Lesenacht zugesagt, welche nicht um das Lesen eines Buches geht, sondern um das Lesen von anderen Blogs, Posts und auch dem Kommentieren.


Aufgabe 1 ✔
20:00Uhr → 20:30Uhr
Gehe auf 3 Blogs anderer Teilnehmer und kommentiere jeweils einen der letzten 3 Beiträge!
3/3

Aufgabe 2 ✔
20:30Uhr → 21:00Uhr
Empfehle den 2 Teilnehmern die unter die in der Liste stehen (Die beiden Letzten der Liste fangen einfach wieder oben in der Liste an) jeweils einen der Blogs denen du folgst und die du liest und erkläre wieso sie diesen Blog lesen sollten. Wie und wo du ihnen das mitteilst ist dir überlassen.
2/2
(1: Ich habe Sanne Renates Blog empfohlen)
(2: Ich habe Leslie einen Blog empfohlen)

Aufgabe 3 
21:00Uhr → 22:00Uhr
Besuche jeden teilnehmenden Blog und kommentiere einen Post deiner Wahl der schon länger als mindestens 2 Wochen alt ist.
7/7
(PUH, diese Aufgabe ist VERDAMMT schwer!)
(Kriechend nähere ich mich dem Ziel, der Mittellinie wohl eher...)
(Geschaft: 00.08 Uhr, über zwei Stunden zu spät. Naja, dann zählt es eben nicht mehr....)

Aufgabe 4 ✔
22:00Uhr → 22:30Uhr
Guckt euch den Blog an der in der Liste über euch ist und schreibt einen lieben Kommentar was ihr an dem Blog toll findet und wieso.
1/1
(Katjas Blog habe ich komplimentiert für ihr Design, denn obwohl sie eine ganz andere Ästhetik hat als ich, ist ihr Design bis in alle Ecken und Rundungen vollkommen und vollendet. Ausserdem schreibt sie ganz tolle Neuerscheinungpost und erwähnt nicht nur tolle, sonst untergehende Bücher, sondern schafft auch Übersicht in der komplett überfordernden Welt der Neuerscheinung, wo alles verführerisch glänzt und glitzert)

Aufgabe 5 
22:30Uhr → 23:00Uhr
Empfehle der Person 3 Leute unter dir 2 Bücher die du dieses Jahr gelesen hast.
1/1
(PS: Ich habe von zwei Personen Bücher empfohlen bekommen und drei dieser vier Bücher schon gelesen, hehe :D)

Aufgabe 6 
23:00Uhr → 23:30Uhr
Lese eine Rezension von einem Buch das du gut fandest der Person 4 über dir und starte eine Diskussion.
1/1
(Ich habe mit Callie über Love Letters To The Dead gesprochen, welches mir damals auf Englisch einen riesen Eindruck schindete, von dem sich aber nicht ganz so viel in mein Gehirn gebrannt hat, wie man meinen könnte. Deswegen habe ich ganz läppisch eine Diskussion gestartet, wie sich das anfühlt, 'nem Toten ein Brief zu schreiben und ob man persönlich bekannte Verstorbene anschreibt oder eher prominente bekannte Verstorbene, wenn ihr wisst, was ich meine. Da das Ganze ja mehr ein Tagebuch ist, habe ich mich gefragt,  was denn wäre, wenn diese Verstorbenen tatsächlich das hören könnten, was du ihnen schreibst. Würde Dir das wirklich gefallen oder eher ein beklemmendes Gefühl in dir auslösen? Und wenn du dir etwas aussuchen müsstest, würdest du lieber mit einem Verstorbenen sprechen oder jemand Verstorbenes zu dir sprechen lassen? Wer mitdiskutieren möchte, kann das hier gerne tun!)

Aufgabe 7
23:30Uhr → Ende ♥
Gehe auf 2 Blogs auf denen du heute am wenigsten unterwegs war und schreiben bei einem Post deiner Wahl einen Kommentar (Post muss länger als 4 Wochen alt sein).
Schreibe der Person 4 unter dir einen Haiku. Thema kannst du dir aussuchen. (5 - 7 - 5 Silben)
1/3
(Leider bin ich zu Müde, um diese Aufgabe zu beenden. War aber schön mit euch!)

Liebst,
Mara

Wie sollten wir sein? von Sheila Heti

15 Dezember 2015

4 Kommentare Share this post

Sheila lebt in Toronto: Frisch geschieden und künstlerisch blockiert von der Arbeit an einem feministischen Stück, das sie für ein Theater schreiben soll, steckt sie mitten in der Lebenskrise.  Alle anderen scheinen zu wissen, wie das geht: authentisch leben. Nur sie weiss es nicht, hat sie doch das meiste von Männern gelernt, die ihr etwas beibringen wollten.
Also beginnt sie, Gespräche mit ihrer besten Freundin, der Malerin Margaux, auf Band aufzuzeichnen, macht sie zum Untersuchungsobjekt ihrer philosophischen  Neugier. Und nicht nur sie, sondern auch ihren dominanten neuen Lover Israel. Aber wo bleibt dabei sie selbst? Was, so fragt sie sich, ist Liebe, was ist Schicksal, wie bleibt man sich treu? Von Toronto nach Miami, New York und wieder zurück, führt Sheilas zuweilen sehr komische Erkundungsreise sie - und uns - in immer fruchtbareres, gefahrvolleres Gelände. 

Verlag: rowohlt • Seiten: 335 Seiten • Fassung: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag • Original: How should a person be?, Englisch • Übersetzer: Thomas Überhoff • Preis: ca. 18 Euro [D]

"Wir hatten uns zum Bruch verabredet."

Dieses Buch ähnelt keinem anderen Leseereignis. Das hat noch nicht mal was mit den Dialogen oder den verschiedenen Akten zu tun, es hat mit Sheila Hetis Sprache zu tun und ihren einzigartigen Ideen. Auch wenn es ein Werk der Literatur ist, ist es auf wahren Gesprächen mit ihren Freunden, wie zum Beispiel mit Margaux, die im Buch als herrlich künstlerisch und hin und her gerissen zwischen ihrer und der Realität der anderen erscheint. Und auch die meisten anderen Personen gibt es wirklich, so Misha Glouberman, mit dem sie zusammen ein Buch mit dem unvergesslichen Titel The Chairs Are Where The People Go geschrieben hat. 

Während dem Lesen ging mir so viel durch den Kopf, dass ich viele Stellen wieder und wieder aufgreifen musste, um sie vollständig zu verstehen. Das hat damit zu tun, dass Sheila Heti sich wohl ausprobiert. Sie mischt ihre verschiedenen Seiten und wenn manchmal kurzbündig nur das Nötigste steht, gibt es Sätze, die über eine halbe Seite lang und vor allem verstörend sind. Aber genau das macht das Buch aus. Denn von der Handlung haben wir nicht grosse Unterschiede. Sheila sucht sich in ihrem Leben, sucht ihre Freunde und Inspiration für ihr Theaterstück, an dem sie verzweifelt seit Jahren steckt. Die manchmal nicht ganz eindeutigen Gefühle sprechen für mich für höchste Authentizität. Daran erkennt man, das Sheila Heti nicht irgendwas zum Thema ihres ersten grossen Romanes macht, sondern teilweise fast autobiografisch ihre Lebenskrise niederschreibt, an der sie eben arbeitet. 

Es ist wiedermal ein Buch, zu dem ich nicht viel zu sagen habe, weil es schon für sich selbst spricht. Und weil es halt in jedem etwas anderes hervorruft. Deswegen empfehle ich es euch nur von ganzem Herzen und wünsche euch eine spannende Lesezeit. Wer mich beim Lesen dieses Buches gerne begleitet hätte, kann das hier nachträglich noch so ein bisschen tun und mehr Einblicke in das Buch kriegen. 

Sheila Heti
via facebook
Sheila Heti, geboren 1976 als Tochter ungarisch-jüdischer Immigranten in Toronto, wo sie auch heute lebt, veröffentlichte ausserdem den Roman Ticknor und den Erzählungsband The Middle Stories sowie, gemeinsam mit Misha Glouberman, eine Art künstlerischen Lebensratgeber, The Chairs Are Where The People Go, der vom New Yorker zu einem der besten Bücher des Jahres 2011 erkoren wurde. Sie organisiert in Toronto die stets ausverkauften Trampoline Hall-Vorlesungen, in denen Leute über Themen referieren, von denen sie keine Ahnung haben - eine Feier des Einfallsreichtums und des Exzentrischen. Ihr Roman Wie sollten wir sein? war 20212, als er in den USA erschien, eine literarische Sensation.

'Wie sollten wir sein?' - Lesen am Freitagabend

11 Dezember 2015

6 Kommentare Share this post
Hallo. Heute war ein anstrengender Tag für mich und ich wollte nur noch nach Hause und lesen. Da ich diese Woche (psst, letzte Woche sogar auch!) vergessen habe, euch meine Leselaunen zu präsentieren, möchte ich jetzt so ein bisschen Real-Time mässig ein paar Updates machen und mir stündlich Zeit nehmen, euch auf eine kurze Reise quer durch meine Gedankenwelt mitzunehmen. Es gibt keine wirklichen Fragen, sondern einfach Gedanken zum eben Gelesenen und vielleicht auch den ein oder anderen besprochenen Themen in der Lektüre. In dem Sinne freue ich mich nun, loszulegen und wünsche euch einen schönen Abend - mir oder ohne Buch!


21 Uhr - Ich starte mit 'Wie sollten wir sein?' von Sheila Heti, hab darin vergangene Woche schon hundertfünfzig Seiten gelesen, aber obwohl es mir so gut gefällt, wenig Zeit dafür gefunden. Immer wieder intellektuelle Dialoge mit den interessanten Freunden unserer Protagonistin Sheila zu lesen, welche manchmal zugedröhnt und manchmal nüchtern über Kunst sinnieren, macht mir erstaunlicherweise viel Spass!

22 Uhr - Ich habe gerademal fünfzig Seiten gelesen und dazu ein mehr oder minder interessantes Magazin durchgeblättert. Ich habe eine neue Playlist zusammengestellt und dadurch viel Musik gehört, hauptsächlich Neuentdeckungen. Das Buch ist weiterhin spannend, nach zweihundert Seiten schleicht sich bei mir aber langsam das Gefühl ein, dass das Buch ein bisschen eine ewige Schleife ist, lauter Wiederholungen vom Erzählten oder mehr von der Handlung und den Gesprächen, die unserer Protagonistin mehr als einmal unterkommen.


23 Uhr - 'Wie sollten wir sein?' ist beinahe zu Ende. Ich habe viele Schmuckstücke im Buch gefunden, Sätze, die mich berührten und mich der Realität vergewissern liess. Man fühlt sich nicht wie im Buch, es ist kein klassisches Leseerlebnis, und genau deswegen mag ich es. Ich habe ein wenig ins Buch gezeichnet, eine Ellipse unterstrichen - seine vollkommene Intaktheit - und ein Lesezeichen für das Buch gefertigt. Ich verfalle in eine Melancholie, wenn ich bemerke, dass die restlichen Seiten gesamthaft weniger als die Hälfte der Breite meines Zeigefingers ausmachen. Und ich frage mich, ob ich danach einfach weiterlesen kann, in einem anderen Buch, oder ob ich eine Verarbeitungs- und Verdauungspause brauche.

24 / 0 Uhr - Für die letzten Seiten und Zeilen dieses Meisterwerks habe ich mir Zeit gelassen und langsam die letzten Eindrücke eingesogen. Der Abschluss ist stimmig und bildet einen schönen, fast schon zu gleichmässigen Bogen zurück zum Anfang. Könnte man meinen. Aber Sheila Heti wäre nicht Sheila Heti mit dieser Verrückheit, als ob ihr nicht auch hier noch eine kleine Umdrehung, ein kleiner Fehler 'passiert' wäre. Ich habe ein Kapitel mehr denn je genossen und hatte panisch überlegt, was passieren würde, wenn ich die Existenz sowie die Lokalität dieser grossartigen Worte vergessen würde. Ich bin dankbar für dieses Werk.



Schön, dass ihr dabei wart. Hat es euch gefallen, wollt ihr so etwas öfters - dass ich eine Art Live Talk mache durch das Buch, während ich es in einem Rutsch lese? Ich habe es jedenfalls genossen. Kommt gut ins Wochenende, Mara

Über das Bloggen | BEGINNEN

10 Dezember 2015

4 Kommentare Share this post
Hallo! Mittlerweile kommen wohl immer mehr auf die Idee, das Bloggen mal auszuprobieren. Und das finde ich super. Mit dem Bloggen wird die Sprache gefördert, das Schreiben, das Entwickeln eines Projektes und eines eigenen Stils und es kann ziemlich erfüllend wirken. Ich bin dafür, es auszuprobieren. Falls es nicht klappt, passiert nichts, Du bist aber um eine Erfahrung reicher. Aber auch wenn Du davon überzeugt bist, dass das Bloggen etwas für dich ist, braucht es manchmal ein bisschen Arbeit oder einige meiner Tipps, um mehr ins Bloggen reinzukommen. Und genau solche Tipps möchte ich heute mit euch teilen.

Vielleicht mag es für einige von euch ein bisschen widersprüchlich erscheinen, jedoch denke ich, dass es gut ist, sich erstmal ein bisschen Zeit zu nehmen und nicht nur an das Positive denken, dass man erwartet, sondern auch an das vielleicht Negative, die viele Arbeit, die einen wirklich erwartet. Denn das Bloggen ist teilweise auch anstrengend. Ich möchte nicht, dass das falsch verstanden wird, aber ich bekomme viele Mails, viel Post und möchte mich um all das kümmern – freundlich. Nebenbei besuche ich natürlich täglich die Schule und habe auch noch andere Hobbys, für die ich mich interessiere. Und dann wäre da natürlich noch das Lesen von Büchern, wenn euer Ziel ein Buchblog ist. Lebt einfach auch ein, zwei Tage mit dem Gedanken, dass es auch kleine Seiten an sich hat, einen Blog zu führen, die Dir vielleicht weniger gefallen werden.

Und es gibt harte Zeiten. Hört sich theathralisch an und ist es auch, aber wenn x Posts von Dir, bei denen Du Dir wahnsinnig viel Mühe gegeben hast, nicht wirklich so wertgeschätzt werden, wie Du es gerne hättest, dann ist das schon eine blöde Situation. Mein Tipp für den Anfang ist, dass Du, ohne dass Du vielleicht schon den genauen Namen oder konkrete Vorstellung für das Design oder das Thema hast, was viele als den ersten Schritt bezeichnen, einfach mal loslegst zu schreiben. Dass muss auch gar keine Einführung sein, sondern etwas, dass dich glücklich macht und erfüllt, wofür Du Dir gerne Zeit nimmst. So kannst Du viel kreativer einen Anfang setzen. Meine Idee ist aber, dass Du das nicht nur einmal, sondern mehrmal machst. Einfach für dich, in ein schönes Notizbuch oder auf Word. Das hat gleich mehrere Vorteile. Du fällst in einen Rhythmus und merkst, wann Du am ehesten Lust und Zeit zum Schreiben hast. Du bekommst keine Rückmeldung und machst das erstmal nur für dich. Wenn’s dann aber richtig losgeht, hast Du auch schon Material an der Seite, welches Du dann wirklich verwenden kannst.

Danach sind dann aber eben solche Sachen wie ein Name oder ein Design wichtig. Ich empfehle Dir, dich einfach mit einem Tee und einer Kerze an den Schreibtisch zu setzen, leere Blättere vor Dir, und Du beginnst mit dem Brainstormen und erstellst am Ende eine schöne Liste mit Worten, die Dir zu deinem Blog einfallen, mit dem Titel, den Designideen und Farbwünsch und allem, was Dir einfällt. Welche Schriftarten Du wann benutzen willst, bei welchen Sozialen Medien Du unter welchem Namen (und mit welchem Passwort, ja, das vergesse ich immer, und auch wenn einige sehr paranoid sind, habe ich kein Problem, dieses in mein Notizbuch zu schreiben) vertreten bist.

Nun ist es an der Zeit, sich mit Leuten zu verbinden und zwar auf verschiedenste Wege. Ich finde es ganz schön, Vorbilder zu haben. BloggerInnen, deren Sprache und Buchtipps Du gerne, deren Kreativität Du gerne magst, Instagramaccounts mit spannenden Bilder, was auch immer. Ich habe da keine Liste, weiss aber, wer mich wo inspiriert und verpasse diese Quellen auch nicht. Natürlich muss nichts kopiert werden, aber Inspiration ‚stibitzen‘ (ist das nicht ein tolles schweizerdeutsches Wort?) hat noch keinem geschadete, im Gegenteil. Glaub mir, wenn Du mal inspiriert bist, dann lässt es sich wie im Flow für den Blog arbeiten! Beginne aber auch, mit Leuten, die wie Du vielleicht gerade erst begonnen haben, Kontakte aufzubauen. Solche Stützen helfen Dir und Du hast immer jemanden, mit dem Du deine Sorgen teilen kannst. Genauso wichtig finde ich es auch, jemanden im echten Leben aus dem Freundeskreis zu haben, der immer nachfragt, wie’s mit dem Blog so läuft, was es zu tun gibt, jemanden, der Dich unterstützt und sich tatsächlich dafür interessiert und das auch offenkundig zugibt. Man spricht viel zu selten so offen über seinen Blog und die blogtechnischen Pläne.

Versuch an diesem Punkt auch mal, Dir über Deine Schwächen und Stärken klar zu werden. Spiele deine Stärken voll aus und suche Dir Hilfe oder Unterstützung bei deinen Schwächen. Wenn Du im Alltag einfach keine Zeit findest, um zu Bloggen, aber jemanden kennst, bei dem fast täglich ein neuer Beitrag erscheint, hilft oft eine kleine, freundliche Mail und Du hast ein paar Tipps, wie Du vielleicht mehr Zeit für deinen Blog schinden kannst.

Wichtig ist auch, dass Du merkst, welche Posts deiner Leserschaft besonders gut gefallen, welche Beiträge oft angeklickt und kommentiert werden und versuche diese Statistik ein bisschen in deinen Plan miteinzubauen. Natürlich sollst Du nur das Bloggen, was Dir Spass macht, aber viel Rückmeldung und somit ‚Erfolg‘ macht auch Spass. Suche da die Bbalance und bewahre sie, denn die ist besonders wichtig. Oft sind es auch die Posts, die die am meisten Spass machen, und wenn nicht, dann suche vielleicht ein gutes Mass. Ich möchte aber nochmals wiederholen, dass Du den Fokus ganz klar darauf legen sollst, dass das Bloggen eine Bereicherung für Dich und niemanden sonst ist

Wenn Du mehrere Anläufe zum Bloggen brauchst, dann ist das, Du denkst es Dir wahrscheinlich schon, gar kein Problem. Im Gegenteil, durch das Ausprobieren hast Du mehr Erfahrung und weisst was Dir gefällt und kannst das in Zukunft auch gut in deinen Blog einbauen. Wenn ein Projekt von Anfang an nach deinem Plan läuft, dann wirst Du es bestimmt eher weiterverfolgen, als wenn es von Anfang an bergab ging. Gib dem Ganzen Zeit, und wenn es unbedingt zwei Anfänge braucht,  dnn soll es die auch bekommen!

Ich bin gespannt, was ihr zu diesem ersten Beitrag meiner neuer Reihe 'Über das Bloggen' sagt. Ich habe noch einige andere Posts geplant und bin sehr gespannt, was ihr zu denen dann sagt. Schön, dass ihr dabei seid, ich hoffe, ihr könnt euch davon was mitnehmen! Allerliebst, Mara

adibas von zaza burchuladze

06 Dezember 2015

Keine Kommentare Share this post
 
Es herrscht Krieg zwischen Russland und Georgien. Die russischen Truppen haben Tiflis eingekreist. Doch die Happy Few der Neureichen-Tiflis-Hipster und Womanizer ignorieren die Nachrichten vom Krieg vor ihrer Haustür. Mit hemmungslosem Sex, den verfügbaren Betäubungsmitteln und der Musik aus dem iPod schaffen sie sich ihre eigene Realität. Der Krieg existiert für sie vor allem in Fernsehen, Radio und Internet.
Die Augen weit geschlossen, durchstreifen sie die Stadt zwischen  Alltag und Ausnahmezustand. En passant entsteht so das Panorama einer Gegenwart aus Fake-Nachrichten, Fake-Brüsten, Fake-Gefühlen und einer Vergangenheit, die vielleicht authentischer war, aber deshalb auch nicht besser. 

Verlag: Blumenbar • Seiten: 200 Seiten • Fassung: Gebundene Ausgabe • Original: Adibas, Georgisch • Übersetzerin: Anastasie Kamarauli • Preis: ca. 18 Euro [D]

"Bobo kann alles."


Manchmal fasziniert dich ein Buch einfach. Du siehst es immer wieder und scheinst nicht recht zu wissen, um was es geht. Der Klappentext ist irreführend und erzählt wenig über den Inhalt. Du ahnst nicht, dass das Buch ähnlich sein würde, irreführend und verheimlichend, oberflächlich und die Aussage unter dem Ball spielend. Und dann ist es einfach mal so weit, hast gerade auf den letzten Cent genug übrig, dir das Buch zu kaufen, denkst dir noch verzweifelt 'Was soll's' und schon ist das Buch Deins. Ja, so schnell kann es gehen. Vielleicht ein Fehlkauf, aber doch immer die spannendsten Käufe. Deswegen liest du es gleich, sofort nach dem Kauf. Und bist erstmals verwirrt.


Adibas besteht aus szenenhaften Teilen, die nicht wirklich einen Zusammenhalt bilden. Schnell wird dir klar, dass sie ein gemeinsames Motiv haben, eine Botschaft, die man nicht unbedingt mitbekommt. Zaza Burchuladze wendete eine Methode an, um uns einen Lifestyle des 21. Jahrhunderts bewusst werden zu lassen, welcher doch so banal und krankhaft ist, welche mir bereits untergekommen ist und von dem ich nicht wirklich Fan bin. Die Message, diese Aussage, die ist unwiderstreitbar gut und wahr. Vermittelt wird sie, in dem sie überspitzt von Situation erzählt, die dir nicht ganz klar werden, Momente erfindet, in denen du selbst vergisst, was du eben gelesen hast und fast wie im Rausch bist. Adibad erzählt die Geschichte einer Generation, die sich einen Dreck schert, um den Krieg, der sich abspielt. Oder eher von Nachrichten, die manchmal ellipsenartig zu unseren jungen Leuten durchdringen, sie aber kaltlassen. Währen von Anfällen und Anschlägen erzählt wird, wird ein Ei gekocht und der Radio umgeschaltet für ein bisschen gute Stimmung. Oder, in aller Ausführlichkeit beschrieben, ungehemmt Liebe gemacht. Ganz zu schweigen vom Drogenkonsum. Es ist wohl die erschreckendste Art, um mitzuteilen, was Burchuladze eigentlich sagen möchte. Die unschönste. Den beim Lesen wird dir schlecht, ist dir zum Kotzen zu Mute und ganz ehrlich: weiterlesen möchtest du eigentlich auch nicht, dass du dich sowieso nicht mehr daran erinnern kannst, was am Seitenanfang für 'ne Kombination aus Buchstaben und Zahlen und Logos und Zeichen stand. Aber es ist dir auch egal. Denn in diesem Roman ist man entweder drin, oder man versteht ihn nicht. Obwohl ich irgendwie sagen muss, dass ich so etwa in der Mitte stehe. Ich habe mich beim Lesen nicht wirklich konzentriert, sondern habe die Wörter inhaliert und danach wieder vergessen. Und doch ist mir die Grundaussage auf nochmals andere, schmerzliche Weise klar geworden, als dass der Klappentext sie schon verrät. 


Es gibt Gedankenzüge, für welche ich  den Autor bewundere. Für den Mut, den er aufbringt, um solche Gedanken  auszuschreiben und in Worte zu fassen. Und doch war alles so banal. Dann denke ich mir aber auch wieder: natürlich ist das Buch banal. Der Inbegriff von Banal. Diese Banalität, die dir klamm durch den Körper kriecht und dich selbst trifft. Weil du genauso belanglos durch dein Leben schlenderst, wie es die Protagonisten von Burchuladze zu tun scheinen. Und weil doch so viel wichtigeres und grösseres passiert, wofür du dich nicht mal einmal im Monat beim Frühstück mit halbem Ohr interessierst. 


Ich weiss nicht wirklich, was ich von dem Roman denken soll. Eine Entdeckung, in den Himmel gelobt. Gewisserweise bin ich zu jung dafür, und doch glaube ich, dass ich nie wirklich in ein Alter kommen werde, in dem es mir Spass macht, ein solches Buch zu lesen. Nicht, weil es so brutal ist, sondern weil es so schwer und so leicht ist. Es ist schwer zu fassen - in deinen Gedanken und auch danach, wenn du eine Rezension dafür zu schreiben versuchst.


Du sahst es also da in dem Laden. Zum sechsten Mal lächelt es dich an, du denkst dir, ja, jetzt ist es soweit, ich nehme es mal mit. Ist ein Zeichen, denn der Titel hat auch sechs Buchstaben. Das erste Mal ist es nicht in Folie gewickelt. Du klappst es auf, nachdem du vorsichtig über den  Einband gestrichen hast und bist abgeschreckt und gleichermassen angetan von der Gestaltung. Im Buch ist es dann genauso, wenn du es liest, nur weisst du das noch nicht. Du schaust nach, wie viel Geld du bei dir trägst. Es stimmt genau, der Betrag gleicht sich auf den letzten Cent. Also kaufst du das Buch, läufst zur Bahn, steigst ein, beginnst es zu lesen, steigst aus der Bahn und taumelst nach Hause, weil alles doch so anders ist, als du dir es vorgestellt hast.

Zaza Burchuladze, 1973 in Tiflis geboren, übersetzte Fjodor Dostojewski und Daniil Charms ins Georgische.  Seine Romane und Essays wurden von religiösen Extremisten verbrannt und vom Präsidenten Saakaschwili in der georgischen Tagesschau angeprangert. Im Sommer 2012 wurde er von Unbekannten angegriffen und musste mit seiner Familie nach  Deutschland fliehen. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. Für seine Romane wurde er mehrfach  ausgezeichnet. Adibas ist sein erstes Buch auf Deutsch.

november 2015

02 Dezember 2015

4 Kommentare Share this post
Heute haben wir uns in dieser kuscheligen Runde versammelt, um über den November zu sprechen Ich bin gerade noch mitten drin, heisst es ist der 15.November, an welchem ich beginne, diesen Post zu schreiben und über die nächsten zwei Wochen noch wachsen zu lassen, um danach einen ausführlichen Bericht über diesen Monat zu haben, sei es über die Musik, die ich hörte oder die Worte, die ich las, was euch bestimmt am meisten interessiert. In diesem Sinne: macht euch ein Tee und es freut mich, wenn ihr nun meinen Worten lauscht.

dieworte

Der November ist vorbei, und schon ist der Dezember da. Ich habe gar nicht auf ihn geplangt, er kam einfach so mit all den Adventskalendertürchen. Nun gut, es geht um den November. Den habe ich nämlich genossen, auch wenn er schulisch zumindest sehr dicht war. Ich habe mässig viel gelesen, aber einige Bücher ziemlich genossen, ich  habe viel Verschiedenes unternommen und den Monat schön verbracht, zum einen mit Freunden.


Im November passierte auch wieder etwas Schreckliches, was die ganze Welt erschütterte. Ich bin immer noch sprachlos über die Attentate in Paris, aber ebenso darüber, was danach passierte: alle kümmerten sich. Klar ist das Ganze näher an uns dran, aber was gerade auch in anderen Teilen dieser Welt passiert, ist wahnsinnig schlimm oder noch schlimmer. Ich persönlich weiss gar nicht, ob man da Differenzierungen machen kann oder soll, ein 'Schlimmer' oder ein 'weniger schlimm'. Ich finde es auf jeden Fall aber wichtig, dass wir alle uns damit beschäftigen. In zwei Wochen fliege ich übrigens nach Paris und bin gespannt, wie's dort aussieht. Ich nehme an, das Leben geht einfach weiter.
diemusik

Gerade heute habe ich Adeles Platte 25 bekommen und bin super gespannt auf die Lieder, ich mag Adele eigentlich ganz gerne und deswegen wollte ich mir dieses Album nicht entgehen lassen. Ein anderes Album, welches ich absolut liebe und neu entdeckt habe - the xx. Allgemein liebe ich Platten total und möchte euch einfach mal Vinyl ans Herz legen. So (ja genau, offline!) entdeckt man Musik nämlich nochmal ganz anders.

     



diebücher

...die ich diesen Monat gelesen habe, fand ich alle überdurchschnittlich, fast alle. Viele haben mich begeistert und gepackt und geprägt, und falls ich sie euch noch nicht in einer Reozension vorgestellt habe,  dann kommt jetzt die exklusive Empfehlung:

Das unvollendete Leben  der Addison Stone | Adele Griffin
rezensiert 220 Seiten 4.5/5

One | Sarah Crossan 
rezensiert 430 Seiten  engl. 5/5

Was uns bleibt ist jetzt | Meg Wolitzer
rezensiert 380 Seiten 3/5

Dirty Pretty Things | Michael Faudet
275 Seiten engl.  5/5

We Should All Be Feminists
55 Seiten  engl.  5/5

Ein ganz besonderes Jahr | Thomas Montasser
rezensiert  200 Seiten  4.5/5

Love and Confess | Colleen Hoover
400 Seiten  5/5

Adibas | Zaza Burchuladze
200 Seiten 2/5

diebeiträge

Diesen Monat habe ich gleich zwei neue Rubriken aufgemacht (übrigens soll es so ähnlich  auch weitergehen...) Und zwar die Leselaunen, indem ich euch etwa wöchentlich über meinen aktuellen Lesestatus informiere und daneben endlich 'hello my name is' und da hat vor allem die Bianca ganze Arbeit geleistet. Ebenfalls habe ich euch wieder Bücherregal Inspiration gezeigt. Und schlussendlich habe ich euch noch drei Bücher vorgestellt, die ich dieses Jahr gerne noch lesen würde, es bisher aber noch nicht tat. Hoffentlich komme ich dazu!

derausblick

Im Dezember wird es zuerst vielleicht etwas ruhiger, danach werde ich hoffentlich aber ein wenig 'durchstarten', denn ich habe einiges geplant und bin auch super gespannt auf eure Reaktionen zu den einzelnen Beiträgen. Wie gesagt habe ich auch einiges zu lesen und daneben leider auch noch ein paar Prüfungen zu schreiben - deswegen möchte ich auch noch keine Versprechungen machen. Lasst euch einfach überraschen!

Wie sah euer November aus und was habt ihr, unter anderem büchertechnisch, für den Dezember geplant?

hello, my name is... B I A N C A

29 November 2015

Keine Kommentare Share this post

Hallo! Gleich werdet ihr nochmals begrüsst, und zwar von einer ganz besonderen Person - von Bianca! Bianca ist die erste Bloggerin und Person, die sich im Rahmen meiner Reihe 'Hello' vorstellt, und ich bin wahnsinnig glücklich, dass sie das ist, denn ihr Beitrag wurde wunderschön und sie ist super sympathisch! Davon könnt ihr euch aber gleich selbst überzeugen, denn ich verabschiede mich für heute und melde mich schon bald wieder - mit meinem November, denn gleich bricht der letzte Monat schon an... Viel Spass!

Hello, my name is… Bianca von Bee’s Book Blog :D

Als treue Leserin von Maras wunderschönem Blog wurde ich vor einiger Zeit auf ihre Ankündigung aufmerksam, dass sie bald eine neue Rubrik starten wollte. In dieser suchte sie nach jüngeren Bloggern mit einer noch kleinen, überschaubaren Leserschaft, die Lust hätten, sich und ihren Blog bei Mara vorzustellen. Eine tolle Gelegenheit, ein paar andere Blogger kennenzulernen und dabei auch zu erfahren, wie diese so ticken und was für sie - außer dem Lesen natürlich - sonst noch so zum Leben dazugehört. Deswegen wagte ich einen Versuch, schrieb Mara eine kleine E-Mail und fragte sie, ob sie Lust hätte, mich als eine der Blogger in ihrer Rubrik aufzunehmen.
Ich gebe zu, dass ich mir eigentlich keine allzu großen Chancen ausrechnete, da ich erst Anfang dieses Jahres mit dem Bloggen angefangen habe, doch zu meiner Überraschung erhielt ich einige Zeit später tatsächlich eine sehr liebe Rückmeldung von Mara, die mich bat, eine kleine Bloggervorstellung zu verfassen. Ich habe mich natürlich sehr gefreut und auch unheimlich geehrt gefühlt. 
Deswegen lest ihr nun diese Zeilen von mir, in denen ich euch meinen Blog und auch mich selbst ein bisschen genauer vorstellen möchte. Anschließend folgen noch dreizehn Fragen, die Mara mir gestellt hat und die ich sehr gern und oft auch mit einem Schmunzeln beantwortet habe. Ich würde mich sehr freuen, auf diesem Wege Gleichgesinnte zu treffen, die einen ähnlichen Lesegeschmack haben oder vielleicht sogar einen ganz anderen - die Abwechslung macht es schließlich erst interessant :)

      

So, das war die kleine Vorgeschichte, kommen wir nun zum eigentlichen Thema.
Im richtigen Leben heiße ich Bianca, bin eine Leseratte durch und durch und studiere in Leipzig. Ich habe schon immer in Sachsen gewohnt, aber Leipzig ist die erste Stadt, in der ich mich richtig wohl fühle und sogar am ehesten mit dem Wort „Heimat“ verbinde. Das liegt vermutlich nicht zuletzt an meinem Freund, mit dem ich seit fast fünf Jahren zusammenwohne und der auch oft das Opfer meiner Leselaunen wird („Wo kommt denn dieses Buch hier schon wieder her? Überall in der Wohnung sind Bücher versteckt!“ Hihi, so bin ich eben ^^).
Obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, den Rest meines Lebens in Leipzig zu verbringen, gibt es seit ungefähr einem Jahr ich einen zweiten Ort auf der Welt, der in mir fast das gleiche Gefühl der Heimatverbundenheit auslöst: Die Hafenstadt Cherbourg im Nordwesten von Frankreich, der Normandie. Dort habe ich im Rahmen meines Studiums für ein halbes Jahr gelebt und gearbeitet und seitdem hat mich diese Stadt und auch das Land nicht mehr losgelassen. Ich bin kein klassischer Sommertyp, sondern eher ein ruhiger Herbsttyp, deswegen waren das raue Klima, die Bodenständigkeit der Bewohner, die niedlichen kleinen Dörfer und märchenhaften Wälder, die malerischen Küsten und die vielen alten Schlösser in der Umgebung genau das Richtige für mich. Ich habe dort wundervolle sechs Monate verbracht, bin ständig herumgefahren, habe mir Städte, Dörfer, Wälder, Strände, Museen, Ausstellungen und sogar Höhlen angeschaut, viele tolle Menschen getroffen und zu guter Letzt habe ich dort auch angefangen, meinen Buchblog zu schreiben :)
Das hing damit zusammen, dass sich aufgrund meiner Arbeit nur am Wochenende die Zeit hatte, um mit dem Auto oder dem Zug durch das Land zu fahren und ich die freien Nachmittag oft mit einem schönen Buch in der Hand verbracht habe. Damals habe ich das erste Mal angefangen, nicht nur nach dem Bauchgefühl heraus Bücher zu kaufen, sondern mich auf sozialen Medien über aktuelle Neuerscheinungen zu informieren - in meinem Fall war es Instagram. Da viele Leute dort nicht auf Instagram, sondern auch in der Bloggerwelt vertreten sind, begann ich, hin und wieder in Blogs zu stöbern, bis ich mir die Frage stellte, warum ich nicht selbst mit dem Buchbloggen beginnen wollte. Einen Reiseblog für meine Zeit in Frankreich hatte ich schon, doch neben dem Reisen sind schließlich Bücher meines große Leidenschaft und ich stellte es mir interessant vor, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen und mich mit anderen begeisterten Lesern auszutauschen. Das war schließlich die Geburtsstunde von Bee’s Book Blog :D Gleichzeitig war dies der erste Namen, der mir für den Blog einfiel und weil er einfach am besten zu mir passt, ist es auch bei diesem Namen geblieben (seit Jahren ist „Bee“ mein Spitzname).
Damals wie heute war es beim Buchbloggen mein Ziel, nicht nur die klassischen Neuerscheinungen und Beststeller, sondern auch andere, vielleicht weniger bekannte Bücher oder sogar Klassiker vorzustellen, die mich beim Lesen begeistern konnten. Ich bin eine ausgemachte Skeptikerin, was Bücher-Hypes betrifft und wage mich eher an Bücher heran, die nicht so bekannt sind. Die wenige Freizeit neben meinem Studium ist mir leider viel zu kostbar, um sie mit Büchern zu verbringen, die eigentlich gar nicht meinen Vorlieben zu entsprechen und sie nur zu lesen, weil sie irgendwie gerade alle lesen. Das spricht beispielsweise auch für Maras Blog - sie hat mich schon mehr als einmal auf kleine Schmuckstücke in der Bücherwelt aufmerksam gemacht, die  bisher nur wenige andere Blogger ebenfalls gelesen und rezensiert hatten.
Da ich neben meinem Studium noch zwei Nebenjobs habe - einen am Flughafen und einen an einer Sprachschule - fehlt mir leider oft die Zeit für Aktionen, Tags, Rückblicke und Statistiken. Das meiste davon verkörpert auch nicht das, was ich mit meinem Blog ausdrücken möchte. Ich mag lange, ausgiebige Rezensionen, die auch zum Nachdenken anregen, lustige Buchbeschreibungen oder einfach kurze Einblicke in meinen Alltag. Wenn ich einen Beitrag schreibe, dann bin ich mit dem Herzen dabei und sitze gut und gerne mal bis zu drei Stunden daran, bis alles perfekt ist und ich zufrieden bin. Ich blättere mich zwar auch hin und wieder gern durch ungewöhnliche Tags und tolle Aktionen oder verfolge, wie viel einige Leser innerhalb eines Monats gelesen haben, aber ich finde, das sollte nicht den Charakter eines Buchblogs ausmachen. Deswegen sind solche Sachen bei mir eher hintergründig vertreten. In erster Linie geht es um das, was mir in meiner Freizeit viel Freude bereitet: Das Lesen eines Buches. Darüber schreibe und blogge ich, das ist genau das, was das Bloggen für mich zu einer wunderbaren und einzigartigen Erfahrung macht, die ich unglaublich gerne mit anderen teile.

   

Mit diesen Worte schließe ich nun meine Vorstellung und hoffe, euch hat der Einblick in mein (Blogger-)Leben gefallen. Und falls ihr nach diesem etwas längeren Text über mich neugierig seid, welche Fragen Mara mir noch erstellt hat, geht es nun zum zweiten Teil der Bloggervorstellung.


1. Welcher Satz beschreibt dich am besten?

„Einen Prinzen brauch’ ich nicht, aber die Pferde könnt ihr da lassen!“

Dieser Satz fasst einfach am besten und prägnantesten meinen Charakter und meine Einstellung zusammen. Ich bin verträumt und tauche gern in meine Bücherwelten ab, wo ich gern mal Prinzessin sein kann und kurzzeitig den Rest der Welt hinter mir lassen kann. Gleichzeitig bin ich auch Realistin und weiß, dass mir ein schnöseliger, eingebildeter Prinz auf Dauer einfach zu langweilig sein würde. Zum Glück habe ich in meinem Freund jemanden gefunden, der genauso verrückt ist wie ich und gleichzeitig auch meine Art von Humor teilt. Und wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich eher für das Pferd als für den Prinzen entscheiden, weil Tiere generell einfach ein wichtiger Teil meines Lebens sind. Seit Jahren plane ich schon, mir einen Hund zu holen, aber bisher hat es leider noch nicht in meine Lebensplanung gepasst.


2. Welches Buch hat dein 15. Lebensjahr geprägt, und welches hat dein [...] (darfst du dir frei aussuchen!) Lebensjahr geprägt?

Ich habe in meiner Jugend sehr viel gelesen, deswegen ist es schwer, von all den tollen Büchern nur eines herauszufiltern. Spontan würde ich aber sagen, dass es der Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers war. Ich habe schon vorher sehr gern gelesen, aber nach dem Lesen dieses Buches wurde mir erstmals bewusst, dass das lesen mit etwas verbunden ist, dass ich fast schon als „Zauber“ bezeichnen würde. Es ist nicht wie beim Fernsehen, wo man die Bilder vorgesetzt bekommt, sondern die Bilder entstehen im Kopf und zwar immer wieder neu. Deswegen habe ich diesen Roman auch regelrecht verschlungen und dann auch mehrfach neu gelesen, weil ich mich einfach nicht daran „sattlesen“ konnte.


Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, also an mein 12. und 13. Lebensjahr, kann ich mich leider nicht nur auf ein Buch beschränken, sondern muss gleich zwei ganze Serien nennen, die mich während meiner gesamten Kindheit und Jugend begleitet haben: Das ist zum Einen (wie überraschend) „Harry Potter“ und zum Anderen die Emily-Trilogie.
Ich bin mit Harry Potter aufgewachsen, habe jeden einzelnen Band geliebt und fand es furchtbar, immer ein Jahr warten zu müssen, bis der nächste Band erschien. Auch mein heutiger Schreibstil wurde viel durch Joanne K. Rowling geprägt, deswegen ist diese Serie auf meiner „Leselaufbahn“ einfach nicht mehr wegzudenken ;-)
Die zweite Serie von Emily wird vielleicht dann etwas bekannter, wenn ich hinzufüge, dass sie von Lucy Maud Montgomery geschrieben wurde. Das ist genau jene Autorin, die die bekannte Kinderbuchreihe von „Anne auf Green Gables“ verfasst hat. Die Geschichte von dem kleinen Waisenmädchen Anne, die man als Leser in mehreren Bänden begleitet, ist einfach wunderschön und herzerwärmend, aber ich bin erst durch die Serie von Emily auf die Autorin aufmerksam geworden. Emily war mir früher sehr ähnlich, weil sie auch so gern geschrieben hat, ihre seltsamen Launen hatte und sich oft einsam fühlte. Deswegen habe ich auch diese Serie sehr, sehr oft gelesen und sie wurde zu einem wichtigen Teil meiner Kindheit.


3. Wo kommen dir die besten Ideen?

Neben dem Bloggen schreibe ich auch selbst gerade an einer längeren Geschichte, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Deswegen bin ich auch immer auf der Suche nach neuen Inspirationen :)
Diese suche ich mir am liebsten in der freien Natur, sei es ganz profan auf dem Weg zur Uni oder auf langen Spaziergängen durch den Park oder den Wald. Es kam schon häufiger vor, dass ich meinen Heimweg etwas verlängert habe, weil mir eine tolle Idee im Kopf herumschwirrte, die noch etwas ausgearbeitet werden musste. Zu diesem Zweck ist ein kleiner Notizblock mein ständiger Begleiter.


Meine zweite, etwas weniger angenehme Inspirationsquelle, ist mein Bett. Meistens mitten in der Nacht. Ich wache auf und mir fällt irgendwas total Wichtiges ein - zum Beispiel, dass ich mich noch für ein bestimmtes Modul an der Uni anmelden muss, Manchmal kommen mir aber auch einfach schöne Ideen für geplante Geschichten, die ich dann beim Einschlafen weiter ausbaue.


4. Was konterst du, wenn dir jemand kommt "Lesen ist doof und nur was für Langweiler“?

„Danke, dass du mir deine Meinung mitteilst. Zeigst du mir jetzt bitte noch die Höhle, in der die wohnst?“

Zum Glück ist mir bisher noch nie solch ein sonderbarer Mensch begegnet. Ich kenne zwar ein paar Leute, die sich nichts aus Lesen machen, aber niemand hat bisher in meiner Gegenwart andere Menschen, die gerne lesen (und damit auch mich) als Langweiler bezeichnet. Wenn ich so jemanden treffen würde, wäre es für mich sehr schwer, diese Meinung ernst zu nehmen. Für mich sind Lesen - Schreiben - Sprechen untrennbar miteinander verbunden. Ich mag sogar die Philosophie, dass unsere Wirklichkeit erst durch Sprache gebildet wird. Und unsere Geschichte zeigt, wie wichtig das schriftliche Fixieren von Gedanken für die Entwicklung menschlicher Gesellschaften sind. Wenn es Bücher nicht gäbe, egal in welcher Form, würden wir wahrscheinlich immer noch in Höhlen oder auf Bäumen leben. Und mit einem Höhlenmenschen darüber zu diskutieren, wie viel mehr das Lesen bedeutet, stelle ich mir sehr mühsam vor.


5. Welches Wort lässt du dir am liebsten auf der Zunge zergehen?

Aus der deutschen Sprache fällt mir da spontan das Wort „Morgenstern“ ein, ein Begriff, den ich sehr mag und der sich schön betonen lässt. Im Französischen habe ich auch eine Lieblings-Redewendung, die ich gerne verwende, weil sie so lustig klingt: „C’est nickel!“ (deutsch: „Das ist super / klasse“). Und dann ist da natürlich noch der Klassiker aus einer Episode der Fernsehserie Friends, den Phoebe mal erwähnt hat: „Bahama Mama“. Dieser Cocktailnamen zergeht mir jedes mal auf der Zunge (Zählt das, auch wenn ich es sagen kann, ohne dabei meine Zunge benutzen zu müssen?) :P


6. Worüber machst du dir komische Gedanken?

Da gibt es mehrere Dinge. Ich wache zum Beispiel nachts auf und rechne mir aus, wie viele Stunden ich noch schlafen kann. Oder ich überlege, was ein anderes Ich in einen der vielen Paralleluniversen gerade macht. Manchmal führe ich auch in Gedanken Gespräche mit meinem jüngeren Ich und versuche, dem kleinen Mädchen zu sagen, was später passieren wird. Ich stelle mir Gespräche mit Freunden und Verwandten vor und überlege, wie sie reagieren würden. Ich denke darüber nach, wie ich reagieren würde, wenn an der Uni plötzlich ein Feuer ausbricht und ich einen Fluchtweg suchen müsste. Ich denke mir einen Film zu einem Lied aus. Ich frage mich, was das Universum zusammenhält. Ich versuche, mir den Himmel vorzustellen. Ich versuche mir vorzustellen, wie sich Wolken wohl anfühlen. Ich denke darüber nach, wie mein perfekter Vergnügungspark aussehen würde.
Das ist nur eine kleine Auswahl ;-)


7. Welche Süssigkeit hilft dir durch den Alltag?

Ertappt, ich esse wirklich sehr gerne Süßigkeiten, am liebsten Schokolade und Erdbeeren (falls diese auch zu Süßigkeiten zählen, für mich irgendwie schon). Was mir jedoch wirklich durch den Alltag hilft, sind weniger „materielle“, sondern vielmehr persönliche und ganz besondere Süßigkeiten in Form von kleinen Glücksmomenten. Obwohl ich eine Tagträumerin bin, versuche ich immer, meine Umgebung ganz bewusst wahrzunehmen und mich über die Kleinigkeiten zu freuen. Der Duft nach einem Regenschauer. Das Gefühl von Gras auf den nackten Füßen.


Das Rascheln von frischem Herbstlaub. Ein paar Spatzen, die sich im Staub putzen. Das Farbenspiel der Wolken kurz vor Sonnenuntergang. Spontane Umarmungen von lieben Freunden. Genau das sind meine liebsten „Süßigkeiten“, die mir durch einen stressigen Tag helfen.


8. Wie siehst du meistens aus, wenn du das Haus verlässt?

Meistens gegenteilig hierzu:

Ich stehe gern früh auf, um den Tag zu genießen, aber ich brauche trotzdem meine Morgenroutine, um munter zu werden. Wenn ich dann das Haus verlasse und zur Uni gehe, habe ich meine Haare meistens zu einem Zopf gebunden und trage nur wenig Make-up. Ich mag es gemütlich, aber nicht zu leger, sonst fühle ich mich nicht wohl. Außerdem trage ich ausschließlich Röcke, auch im Winter. Dann noch die Handtasche mit einem schönen Buch, das ich in der Bahn lesen kann und der Tag kann beginnen :)


9. Worüber nervst du dich oft im Alltag?

Eigentlich relativ wenig, weil ich gern vor mich hinträume und ich deswegen nervige Dinge und Menschen manchmal gar nicht bemerke. Ganz allgemein nervt mich aber Folgendes:

Grundlose Unfreundlichkeit
Radfahrer, die die halbe Straße für sich einnehmen
Meine launischen Haare, die am Morgen plötzlich sehr unvorteilhaft liegen können


Jugendliche, die in der Bahn ihre blöde Musik auf höchster Lautstärke hören müssen
Lange Wartezeiten beim Arzt - und ich habe ein Buch zum Lesen vergessen!
Dass ich im Sommer IMMER zuerst einen Sonnenbrand bekomme, auch wenn ich mich  stündlich mit einem Liter Sonnenmilch einschmiere
Ständig wiederkehrenden Staub an immer denselben Stellen
Knickfalten in Büchern
Meine Handschrift, die auch ein Eigenleben zu führen scheint (siehe meine Haare)
Die Schicht, die sich auf Vanillepudding bildet und die einfach nur eklig ist
Unpünktlichkeit
Meine Nervosität bei Vorträgen und Referaten
Ampeln, deren Grünphasen nur drei Sekunden dauern
Spoiler über meine Lieblingsserien (Ich will gar nicht wissen, wer bei „The Walking Dead“ als Nächstes stirbt!)
Schweiß
Werbung


10. Dein Lieblingsgesichtsausdruck (an dir / an anderen Menschen / an einer spezifischen Person)?

Haha, davon gibt es mehrere und die meisten davon bringen mich zum Lachen. Mal überlegen … An mir mag ich besonders den Gesichtsausdruck, der ein Lächeln andeutet, kurz bevor dieses meine Augen erreicht. Ich mag es gar nicht, wenn Menschen nur mit dem Mund lachen, aber die Augen dabei leer und ausdruckslos bleiben. Bei meinem Freund wiederum mag ich den skeptischen Ausdruck, wenn er die rechte Augenbraue hochzieht und mich dabei fragend anschaut. Und dann gibt es noch unseren Nymphensittich Sam und ob ihr es glaubt oder nicht, dieses Vögelchen hat die lustigsten Gesichtsausdrücke drauf, die ich kenne.


 Am meisten mag ich ihren Blick auf den leeren Futternapf, kurz bevor ich ihn abends auffülle. Dann schaut sie kurz hinein, schaut dann auf und guckt mich an, als wollte sie fragen: „Was jetzt? Willst du mich verhungern lassen oder was?


11. Was für ein Projekt wolltest du schon immer durchziehen, hattest aber bisher noch nicht genügend Disziplin für?

Mein vermutlich größtes unvollendetes Projekt befindet sich, auf mehrere Ordner und Dateien verteilt, auf meinem Laptop. Mir fallen ständig neue Sachen für spannende Geschichten ein, aber nur die wenigstens davon konnte ich bisher auch beenden. An meiner derzeitigen Geschichte habe ich mich aber erstmal „festgebissen“, weil ich darin irgendwie mehr sehe als in meinen Geschichten davor. Die Figuren haben in meinem Kopf schon ein skurriles Eigenleben entwickelt und ich freue mich schon sehr darauf, es endlich auf Papier zu bringen. Leider fehlt mir im Moment wegen meines Studiums dafür die Zeit.


Mein anderes Projekt ist das regelmäßige Joggen. Als ich für ein halbes Jahr in Frankreich gelebt habe und einen wunderschönen Strand direkt vor der Haustür hatte - Ja, da war es nicht so schwer, mich morgens aufzuraffen und laufen zu gehen. Zurück in der Heimat habe ich zwar auch einen schönen park direkt vor der Haustür, aber mir fehlt einfach die Motivation. Ich wollte irgendwann mal einen Halbmarathon mitlaufen. Das letzte Mal, als ich im Park war, habe ich sieben Kilometer geschafft. Es ist also noch ein langer Weg…



12. Auf welche Frage, die ich dir gestellt habe oder nicht, hast du gehofft und vor welcher hast du dich gefürchtet, warum?

Grundsätzlich haben mir die Fragen sehr gut gefallen. Sie waren zum Teil ungewöhnlich, lustig schienen nur darauf gewartet zu haben, von mir beantwortet zu werden. Ich hatte mich eher vor sehr platten Fragen gefürchtet à la: Was ist dein Lieblingsbuch? / Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? / Was ist dein Lieblingsessen? / etc. Das sind nicht die Fragen, mit denen man Menschen kennen lernt, sondern es sind so schöne Fragen wie diese, auf die ich antworten durfte.
Besonders gehofft hatte ich hingegen auf eine Frage, die mich nach meinen früheren Lieblingsbüchern fragt und diesen Gefallen hat mir die liebe Mara ja gemacht :)


Findet Bianca online und lest mehr von ihr: www.beesbuecherleben.blogspot.de

Ich freue mich sehr, dass sie bei dieser ersten Runde dabei war und uns so viel Spannendes von ihr und ihrem Leben erzählt hat! Ich habe ihre Blogvorstellung mehrmals durchgelesen und jedes Mal zauberte sie ein Lächeln auf mein Gesicht - danke dafür Bianca! Wenn Du das auch kannst und möchtest, schreibe mir eine kleine kurze Mail, warum ich dich vorstellen soll, was und warum du gerne liest und ein paar wenige Sätze zu anderen Favoriten und deinem Leben, und dann treten wir in Kontakt und du bist vielleicht schon bald hier zu sehen. Ich wünsche euch allen noch ein wunderschönes Wochenende, ganz viele liebe Grüsse auch von Bianca! Mara

Enter your keyword