MOMENTAN...

25 Mai 2015

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Momentan hat mich eine Blogunlust gepackt. Die kann genauso kommen wie eine Leseunlust, einfach dann, wenn man unmotiviert, uninspiriert ist und vieles einfach  schleifen lassen möchte. Aber genau das will ich in solchen Zeiten nicht, sondern mich zusammenreissen. Aber genau das macht es aus – wenn man sich diesen Druck macht, den  Druck abzuliefern, und das zwar gut. Bestimmt kennt ihr dieses Gefühl auch, alles möglichst schnell und gut zu machen, überall effizient und trotzdem die Beste sein. Aber das ist wohl eher kontraproduktiv, jedenfalls habe ich  das für mich herausgefunden in der letzten Zeit. Manchmal braucht man Zeit, um wieder ein Gefühl für etwas zu finden, und das oft bei den Sachen, die uns am meisten vertraut vorkommen. Da verliert man ich manchmal schnell in einer Routine, bis man merkt, dass man mit der nicht mehr übereinstimmt und lieber etwas anderes machen würde, dass das so nicht gerade weitergehen soll.

Ich wollte euch nicht ‚erschrecken‘ mit dieser Einleitung, sondern euch versuchen, mein jetziges Gefühl zu vermitteln. Aber weil vielleicht viele das denken:  Nein, ich werde weder mit Bloggen aufhören noch nur eine Pause machen! Es kann zwar manchmal sein, dass eine ganze Woche nichts kommt, und ich hoffe, dass ihr das versteht, aber manchmal braucht man ein bisschen Zeit für sich. Oder man muss einfach die Distanz bewahren, wenn man merkt, dass es gerade zu diesem Zeitpunkt nicht das Richtige ist, damit es einem nicht zu spät auffällt und dann richtig aus dem Hals hängt.

Ich hoffe, dass euch die unregelmässigen Posts jetzt ein bisschen klarer erscheinen, und euch das nicht stört, weil ich natürlich trotzdem versuche, mindestens einmal wöchentlich etwas zu schreiben. Bis dahin – alles Liebe! Ich  freue mich auf eure Gedanken und Worte, wie ihr das seht! Mara

Gated, Sie sind überall | Rezension

22 Mai 2015

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Gated #2, Sie sind überall von Amy Christine Parker
Genre: Contemporary
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 335 Seiten
Fassung: Hardcover mit Schutzumschlag
Original: Astray, amerikanisches Englisch
Übersetzerin: Bettina Münch
Preis: ca. 16,95 Euro [D]
 


Gated


#1 Gated, Die letzten 12 Tage
#2 Gated, Sie sind überall
#3 Gated ? [Erscheinungsdatum noch nicht geplant]



[Zweiter Teil - Spoilergefahr]

Als die Sekte von Madrodage Meadow offiziell aufgelöst wird und ihr fanatischer Anführer Pioneer hinter Gittern landet,  scheint für die 17jährige Lyla endlich ein Neuanfang in Freiheit möglich. Doch Pioneer gibt nicht auf und setzt die ehemaligen Mitglieder auf Lyla an: Sie umkreisen die Abtrünnige, setzten sie subtil und schliesslich ganz offen unter Druck und treiben sie gnadenlos in die Enge. Bis sie gar nicht mehr anders kann, als zu ihnen zurückzukehren...

 
Nachdem ich mich an den ersten Band herangetraut habe, was viel Überwindung brauchte, weil das Erscheinungsbild für mich wie ein erstklassiger Fantasyroman erschien, und ich so wahnsinnig positiv vom Buch überrascht wurde, hatte ich erstmal 'nen Durchhänger und wusste nicht, was ich machen sollte, bis ich  das zweite Buch habe. Nun war es soweit, und tatsächlich hat mich der fantastische Band aus einer kleinen Leseunlust mitten in ein atemloses, gut durchdachtes Abenteuer gezogen.
 
Mittlerweile kann ich  der Gestaltung auch schon einiges abgewinnen. Zusammen wirken die beiden Bücher wunderschön auf mich, mir gefallen die natürlich gehaltenen Töne und wie sie zusammenpassen. Das Cover zeigt wohl wieder Lyla von hinten in den neuen Lokalität ihrer ehemaligen Gemeinde. Dieses verzerrtet spiegelt ziemlich viel wieder, was sich im Buch und in Lyla, wie wir mitbekommen, abspielt und gefällt mir deswegen auch  sehr gut, von der Typographie, die ich  wahnsinnig mag, mal ganz abgesehen.
 
Obwohl der Klappentext schon einiges vorne wegnimmt, konnte ich mir eine Fortsetzung zuerst gar nicht so gut vorstellen. Aber auch  hier habe  ich mich getäuscht oder Amy Christine Parker trotz besseren Wissens völlig unterschätzt. Übliche zweite Teile können oft nicht ganz so mit den Anführern und Nachfolgern mithalten, aber die Spannung hat sich mindestens verdoppelt und auch ansonsten hat die Autorin diesem Buch wahnsinnig viele gute 'Eigenschaften' verliehen. Neben der erwähnten extremen Spannung, die sich vor allem zum Ende des Bandes häuft, konnten mich auch wieder mal die Charaktere überzeugen. Nicht nur die Konstanz der bereits erfundenen, sondern auch der neuen und dieses seltsame Gemisch zwischen total normale und total 'gestört', verrückt oder eigensinnig, das Parker so wunderschön für alle individuell erzeugt, gefällt mir wahnsinnig gut. Auch wenn der Entwurf der Storyline zielstrebig und gerade, wie so ziemlich alle anderen, verläuft, wurde es in diesem Buch schön ausgearbeitet und auf das Ende hin zugestrebt, wo ich euch ein richtig tolles Finale versprechen kann.
 
Beim Lesen tun sich mir immer wieder einige Fragen auf, was natürlich auch mit dem brisanten Thema im Zusammenhang steht. Natürlich war ich niemals mit einer auch nur annähernd so schlimmen Situation konfrontiert, und doch glaube ich, dass Parker das Gefühl währenddessen so schamlos gut auf den Punkt gebracht hat, dass man sie mit einigen Preisen überschütten sollte. Und alle um sich herum anhalten soll, die Bücher zu lesen.  Deswegen möchte ich sie euch mit diesen Worten ganz nah ans Herz legen!
 
 
Ausserordentlich gut auf den Punkt gebracht und dabei manchmal hart wie stahl und dann wieder unglaublich liebenswürdig hat Amy Christine Parker einen zweiten Band, so spannend wie eh und je auf verfasst, den es sich zu lesen definitiv lohnt!
 
 

Amy Christine Parker machte in Lakeland, Florida, ihren Abschluss als Grundschullehrerin und versuchte sich in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie erkannte,  was sie wirklich will: Bücher schreiben. Heute arbeitet sie als Autorin und wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und einer unbeschreiblich dicken Katze in der Nähe von Tampa, Florida. 
 

an den CBT Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars dieses Buches!
 

Bevor ich falle | Rezension

29 April 2015

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Bevor ich falle von Lilly Lindner
Genre: Contemporary
Verlag: Droemer
Seitenanzahl: 300 Seiten
Fassung: Broschierte Ausgabe
Preis: ca. 12,99 Euro [D]


Ein eindringlicher Roman über Verlust und Verletzung - und über die 
Kraft der Worte

Als Cherry neun Jahre alt ist, bringt sich ihre Mutte durch einen Sprung aus dem Fenster um. Und Cherry beschäftigt ein Leben lang die Frage: Hätte die Mutter anders gehandelt, wenn sie an jenem Abend vor dem Sprung die Umarmung der Mutter erwidert hätte? Dies sowie der lieblose Vater hinterlassen bei dem heranwachsenden Mädchen eine tiefe Verletztheit und Gefühlslosigkeit. Nur wenn Cherry sich selber Schmerz zufügt, fühlt sie sich lebendig.
Der Vater weiss mit seiner für ihn anstrengenden Tochter nicht viel anzufangen. Ausgerechnet an Heiligabend wirft er die nunmehr vierzehnjährige Cherry aus dem Haus. Sie findet Unterschlupf und Rückhalt bei ihrem ehemaligen Schwimmlehrer, der ihr erstmals seit dem Tod der Mutter das Gefühl gibt, dass jemand wirklich für sie da ist. Doch erst die Begegnung mit dem exzentrischen Musiker Scratch gibt ihrem Leben die entscheidende Wendung: Sie, die unendlich gewandt ist im Umgang mit Worten, textet Songs für ihn - und findet so ihre eigene Stimme...


 Lilly Lindner ist eine Wortmagierin - das wissen viele von uns. Mit diesem Roman beweist sie wiedereinmal, klar, ihre Wortgewalt, aber das, was sie besonders macht, sind die leisen Töne, die das Gesamtorchester so brutal klingen lassen. Wie ein Strauss frischer Blumen gebündelt streckt sie sie uns entgegen, um sich im nächsten Moment in ihrer Protagonistin zu verstecken, trotzige Widerworte hallen lässt und dadurch die Verletztheit nur noch deutlicher preisgibt. So oder so ähnlich würde ich Lilly Lindner beschreieben, nur einer zahlreicher Versuche, ihre klassische Vielseitigkeit zu bündeln und in einer knappen Beschreibung sprechen lassen - aber so etwas ist eben unmöglich. Denn den Strom, diesen Wasserfall, den ihre Worte auslösen, sollte man möglichst einmal selbst miterlebt haben. Und diese Chance kriegen wir alle mit jedem ihrer neuen Bücher. 


Natürlich haben alle ein gleiches Schema. Ihre eben erwähnte Vielseitigkeit wird nicht daraus ersichtlich, dass die Protagonistin in ihren Büchern sich mal in einen Punk, dann in einen alten Sack und dann klischeehaft in den Kindergartenfreund verliebt, sondern die Buchstabenzuammensetzung, die so unterschiedlich erfolgt, dass man sie gar nicht auffangen kann. Meistens hat man selten eine ähnliche Situation miterlebt, und kann sich trotzdem unbeschreiblich gut in den Hauptfiguren wiederfinden. Und dass schafft die junge Autorin, ohne in irgendwelcher Weise belehrend oder fürsorglich zu wirken, als wolle sie Leid vermeiden. Natürlich will sie das, und zwar auf eine wunderschöne Art, aber die ist nicht sofort ersichtlich. Was nicht schlimm ist, sondern ihre Bücher eben genau ausmachen. Sie erzählt vom Leiden anderer Menschen, anderer Figuren - starken und schwachen Personen. Aber die Gewandheit mit Worten, die Lilly Lindner ihren ausserordentlich authentischen Charakteren weiterverleiht, kommt nie zu kurz - natürlich nicht! Schattenhaft, eine wabenhafte, fast schon gespenstische Stille kann sie erzeugen, schwarz, dunkelstes Schwarz in einem winzigen Raum versammelt, der alles verschluckt. Und dann fühlt man in unendlichen Situationen so ein Glücksgefühl in sich heraufstreben, wie tausend fröhlich flatternde Schmetterlinge, dass spätestens dann niemand mehr sagen kann, er mag Lilly Lindner nicht. 


Zum Buch selber kann ich gar nicht so viel sagen - ich weiss, ich spreche nur von Lilly Lindners Schreibstil, und ich weiss, dass ich nicht mal das besonders gut kann. Aber solange nur ein Fünkchen der Neugierde, der Freude, die ich beim Lesen empfand, auf euch rübersprang und ein kleines bisschen abfärbte, dann bin ich zufrieden. Das Buch ist so bittertraurig, dass es zugleich wunderschön ist. Es ist unglaublich grotesk - aber das in einem wahnsinnig fragilen Sinne. Und ja, ich weiss ebenfalls, dass sich das wieder mehr auf den Schreibstil bezieht. Aber was kann ich dafür, wenn Lilly Lindner mich mal zu mal so sehr verzaubert? Sie lullt mich als Leserin ein, bettet mich in ihre Worte ein, die sanftmütig wie warmes Wasser in Wogen über mich spülen. Irgendsoein nicht in Worte zu fassendes Gefühl habe ich beim Lesen ihrer Bücher. Wirklich.

Ich weiss, als gute Rezensentin sollte ich vielleicht ein bisschen was zu bemängeln haben. Obwohl das auch wieder eine doofe Aussage ist. Aber zumindest sollte ich nicht nur in so ein halbgestörtes Dauerschwärmen fallen, sondern objektiv zusammenfassend etwas zum Buch sagen. Vielleicht kann ich sogar ein bisschen Kritik üben - es war nämlich erstaunlich voraussehbar. Das meine ich aber nicht einmal negativ. Kennt ihr das, jemand, der wahrhaftig gut schreibt, von dem erwartet ihr auch, dass alles andere perfekt ist? Indem hier von einigen gut gepolsterten Klischees Gebrauch gemacht wurde, hat Lilly Lindner aber auf wundervolle Weise gezeigt, dass es gar nicht immer so ist. Dass man ein Buch lieben kann, auch wenn es nicht perfekt ist, nicht ganz glatt und aufpoliert. Sondern eben mal rau und realitätsnah. Und genauso ist auch dieses Buch.
 
Lilly Lindner wurde 1985 in Berlin geboren. Bereits mit fünfzehn Jahren begann sie autobiographische Texte und Romane zu schreiben. In Splitterfasernackt verarbeitete sie ihre eigene Geschichte - das Buch stand wochenlang auf der Bestsellerliste und wurde von der Presse einhellig gefeiert: Glasklare und welthaltige Prosa! [FAZ]

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